Servus Leandín! Danke, dass du dir für das Interview mit www.RottingHill.at Zeit nimmst. Hallo Florian, ich bedanke mich bei dir für die Möglichkeit.
Bitte stell den RottingHill-Lesern dich und deine Band kurz vor. Mondstille wurde 2004 von Wrath und mir ins Leben gerufen. Ziel war es, die emotionalen Komponenten des Black Metal und der akustischen Musik zu vereinen um so Musik die uns persönlich aus dem Herzen spricht zu kreieren.
Mondstille wurde also 2004 gegründet, euer erstes Album wurde jedoch erst Mitte 2008 veröffentlicht. Was geschah in der Zeit zwischen der Bandgründung und eurem Debütalbum "Am Ende..."? Das erste Jahr verbrachten wir damit, unser bisher angesammeltes Material zu ordnen. Weiters haben wir mit der Suche nach einem geeigneten Schlagzeuger begonnen, den wir dann auch in P. gefunden haben. Durch seine Hilfe haben wir dann auch noch Lundár an der Geige und Víndsvôl an der Querflöte für uns gewinnen können. Wir haben uns einige Zeit genommen unsere Lieder fertig zu stellen. Zwischendurch haben wir auch einige Konzerte mit namhaften Bands spielen dürfen. Der Aufnahme- und Presswerkprozess war dann von einigen dunklen Momenten überschattet, die uns jedoch nicht aufhalten konnten.
"Namhafte Bands"..., diese wären? Unser erstes Konzert spielten wir u.a. mit Dornenreich. Weiters wären da noch Skyforger, Antimatter, Leafblade und ein zweites Konzert mit Dornenreich.
Nicht schlecht für eine junge Band. Werden live auch Akustik-Songs gespielt, oder basieren die Gigs auf Black Metal? Bis jetzt war es so, dass wir hauptsächlich reine Akustik-Konzerte gespielt haben. Dies ergab sich durch die jeweiligen Bandkonstellationen der Konzertabende. Bis jetzt konnten wir erst zwei oder drei Black-Metal-Auftritte verbuchen. Einer davon war in Budapest.
Auf eurer Homepage steht geschrieben, dass für Mitte - Ende 2009 ein neues Album geplant ist. Werdet ihr euren Stil möglichst beibehalten oder sind etwaige Änderungen geplant? Wird es auch auf dem zweiten Release einen Akustik-Teil geben? Der Nachfolger wird wieder aus unserer Akustik und Blackmetal Mischung bestehen. Ich kann Dir jedoch noch nicht sagen ob es wieder gestaffelt oder diesmal vermischt sein wird. Das wird sich erst herausstellen wenn der komplette Schreibprozess abgeschlossen ist. Jedoch merkt man einen deutlichen Entwicklungsschritt in der Musik. Besonders im akustischen Sektor merkt man meiner Ansicht nach eine starke positive Entwicklung. Die Texte werden ähnlich, jedoch noch etwas härter ausfallen. Mit dem dritten Album wird dann aber ein textlicher Umbruch erfolgen. Vielleicht sind die neuen Black-Metal-Stücke auch etwas schneller ausgefallen als erwartet.
Also habt ihr im Vorhinein schon für die nächsten Jahre geplant? Vieles an Material ist in der Wartezeit für den Erscheinungstermin von "Am Ende ..." entstanden. Somit gibt es auch schon Material für das 3. Album.
Haben andere Bands auch Einflüsse in eure Musik? Falls ja, welche?
Ich denke man kann den Dornenreich Einfluss nicht leugnen. Wir sind auch große Fans der deutschen Nagelfar oder auch Lunar Aurora (leider beide dahingeschieden). Wir lassen uns aber auch gerne von klassischer Musik oder Folk inspirieren. Ich persönlich höre sehr gerne Tenhi und auch mittelalterliche Musik. Diesem Einfluss ist auch das Stück "Minneleid" auf unserem Debut zu verdanken.
In welchem Studio wurde das Album aufgenommen? Habt ihr die ganze Arbeit selbst in die Hand genommen oder hattet ihr Hilfe von Soundtechnikern, etc.? Aufgenommen haben wir bei Soulsick Records, da das Studio einem Arbeitskollegen von Wrath gehört. Somit war es unsere erste Wahl. Leider folgten dann etliche Pannen wie z.B., dass die Spuren anscheinend zu leise aufgenommen wurden, dann doch wieder nicht, technische Probleme, andere Verzögerungen usw. Dies zerrte schon sehr an unserem Nervenkostüm da sich diese Pechsträhne auch noch beim Pressvorgang weiter dahin zog. Wir waren dann auch vom Mastering überhaupt nicht überzeugt. Somit haben wir das ganze Album nochmal von Stefan Fasan (Thorns Of Ivy) remastern lassen um es erst danach in den Pressauftrag zu geben.
Was und wann war der ausschlaggebende Punkt zum Deal mit eurem Label White Bird Records? Thimo von White Bird Records war schlicht und einfach der erste der uns angeschrieben hat. Es folgten dann noch zwei weitere Anfragen, jedoch war das Angebot zu gut. Denn wir wollten von Beginn an unser Album als Digipak erscheinen lassen da dies die Ästhetik des Albums deutlich unterstützt. Leider ist diese Partnerschaft nun auch schon wieder dahin und wir haben gerade mal 100 Stück der CDs vertreiben können.
Wie kam es zur Trennung vom Label? Es kam einfach kein Kontakt mehr zustande. Wir haben CD Nachschub angefordert und es kam einfach keine Antwort seitens des Labels zurück. Auch war in unserem Vertrag eine limitierte Anzahl von T-Shirts vereinbart. Da das Label aber über einen sehr langen Zeitraum kein Lebenszeichen bzw. Rückmeldung mehr gegeben hatte, sahen wir uns zu diesem drastischen Schritt der Vertragskündigung gezwungen.
In welches Genre würdest du Mondstille einordnen? Kennst du musikalisch vergleichbare Bands? Ehrlich gestanden kann ich uns nicht einordnen und ich kenn auch keine vergleichbare Band. Ich denke, dass mir durch meine emotionale Bindung einfach die Objektivität fehlt. Wir wurden bis jetzt mit Dornenreich, Empyrium und Eisregen verglichen. Allerdings erschließt sich mir der Grund für den Vergleich mit Eisregen nicht. Vielleicht liegt es an der Geige...
Was waren Höhe- und Tiefpunkte der bereits 5jährigen Karriere von Mondstille? Höhepunkte waren die Konzerte mit Dornenreich und Antimatter. Vor allem auch die letzten drei Konzerte wo wir von ganz vielen Leuten irrsinnig tolle Unterstützung erhalten haben! Ein weiterer Höhepunkt war das Album endlich in Händen zu halten und geistig damit abzuschließen. Tiefpunkte waren der Auftritt in Budapest, ein Großteil des Entstehungsprozesses unseres Albums und ein nicht gerechtfertigter Versuch uns ins rechte Eck zu drängen. Man möge mich bitte über rechtes Gedankengut in meinen Texten aufklären.
Was genau ist beim Konzert in Budapest vorgefallen? Und woher stammt die Anschuldigung wegen dem rechten Gedankengut? Bei besagtem Konzert waren geschätzte 10 Leute (ohne Bands) anwesend da die Veranstalter total in Punkto Werbung und Ankündigung versagt haben. Weiters war der Standort in einem Industrieviertel Budapests merklich schlecht gewählt. Somit viel Aufwand für nichts. Dieses Gerücht entstand im Rahmen eines Konzertabends an dem wir letztes Jahr teilnehmen sollten. Wir hätten mit The Vision Bleak, Negura Bunget und noch einer Band spielen sollen. Alles schien fix, jedoch blieb dann der Kontakt seitens des Organisators aus. Irgendwann haben wir dann vom Label eine fadenscheinige Begründung erhalten, wir dürften nicht spielen weil der Lokalbesitzer keine rechten Bands will usw. Als wir dann bei diesem Lokalbesitzer nachfragten, stellte sich heraus, dass niemand von uns wusste und es auch keinen Vorwurf in Richtung rechts gibt. Der Organisator hat einfach eine Band zu viel gebucht und hat versucht uns mit irgendeiner billigen Ausrede abzuspeisen.
Das sind ja harte Rückschläge... Bist du neben Mondstille auch an anderen Bands/Projekten beteiligt? Ich spiele bei Thorns Of Ivy aus Wiener Neustadt die 2. Gitarre.
Jetzt noch ein paar Nebenfragen. Welche sind deine musikalischen Favoriten im Metal-Bereich? Nagelfar, Anorexia Nervosa, Abrogation, Wintersun und Immortal sind ein paar davon.
Und im Non-Metal-Bereich? Tenhi, Antimatter, Dornenreich, Andy McKee, Faun und Blackmore's Night.
Also, Dornenreich in der Akustik-Version? Nein in beiden Versionen, wobei ich mittlerweile die akustischen bis auf Ausnahmen bevorzuge.
Wann und wie war dein erster Kontakt mit Metal? Mit 12 oder 13 Jahren hab ich Rammstein für mich entdeckt. Darauf folgten Fear Factory, und dann ziemlich schnell immer härtere Genres. Eine zeitlang war ich dann sehr dem Brutal Death Bereich zugetan. Doch jetzt ist mein musikalischer Geschmack sehr weit gefächert.
Wann und warum hast du dich dazu entschlossen, Gitarre zu spielen? Ursprünglich wollte ich Trompete lernen, jedoch wurde mir das von der Musikschule ausgeredet und ich begann erstmal mit der guten alten Blockflöte. Mit 12 kam dann einfach die Idee Gitarre zu lernen. Ich habe mich gleich mit diesem Instrument wohl gefühlt und hab dann Stunden mit der Akustik Gitarre genommen.
Gibt es Alben, EPs, etc. auf denen du gerne mitgespielt hättest? Ehrlich gesagt, auf der neuen Metallica. Denn dann hätte ich für wenig Kunst und Aufwand extrem viel Geld kassiert. Ich halte leider nicht sehr viel von den aktuellen Metallica, denn meiner Meinung nach ist das nur noch Geldscheffelei.
Hast du Vorbilder (müssen nicht aus dem Musik-Bereich sein)? Nein, nicht wirklich.
Was denkst du über die Themen Religion und Satanismus? Diese spielen im (Black) Metal ja öfters eine große Rolle. Ich persönlich denke, dass Religionen nur eine Flucht vor dem Ende darstellen. Jeder fragt sich von Zeit zu Zeit, was denn nach dem Tod sein könnte. Leider kann uns das niemand beantworten und somit flüchtet sich der Mensch in die Religion die ihm Trost und Zuversicht spendet. Vorausgesetzt er spendet etwas von seinem Vermögen. Außerdem kann eine Religion, insofern sie von Menschen vertreten wird, nie funktionieren denn jeder Mensch hat Schwächen.
Hast du für die Rotting-Hill-Leser einige Schmankerl aus dem Bereich Metal-Underground parat? Hm, eine meiner Favoriten sind Abrogation. Eine deutsche Band die melodische Metalelemente mit deutschen Texten im mittelalterlichen Stil zelebriert und die ich sehr gerne höre. Außerdem sollten Empyrium Fans mal auf ein Konzert der Wiener Upon Ruins gehen denn die Jungs haben da letztens ein sehr feines Konzert abgeliefert.
Damit sind wir am Ende des Interviews. Noch einmal danke für das Interview. Viel Glück und Spaß in der Zukunft der Band. Die letzten Worte gehören dir. Ich bedanke mich bei Dir für das Interview und bei unseren Fans die uns treu unterstützen und jedes Konzert zu einem besonderen Erlebnis machen.
Interviewdatum: Jänner 2009
Homepage: HIERFotos: HIERRedakteur: Florian