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Markus Eck [Jänner.2010]

www.rottinghill.at/images/METALMES2.jpg


Ich grüße dich Markus! Vielen Dank für die Bereitstellung deines Samplers und für dieses Interview. Ich hoffe, dass du mit meinem Review zufrieden bist, hehe.

An seriöse Magazine wie eures sende ich meine Veröffentlichungen immer gerne. Von meiner Seite aus herzlichen Dank für die detailliert verfasste Rezension, welche mich sehr erfreut hat.

Als erstes möchte ich dich bitten unseren Lesern zu erklären, was du eigentlich machst. Deine Sampler-Reihe „Metalmessage“ sollte wohl gerade den Freunden des Folk und Pagan Metal ein Begriff sein. Auch deine Homepage www.metalmessage.de hat sich über die Jahre einen Ruf erarbeitet. Aber was gehört noch zu deiner Arbeit? Und überhaupt: Betrachtest du es als Arbeit oder ist es mehr eine Leidenschaft beziehungsweise ein Hobby?

Images: markus_rotting_hill.jpgIch bemühe mich, es immer etwas anders zu machen als der Großteil der Zunft; also primär etwas mehr Begeisterung und Emotionalität in meine Artikel zu transformieren, da der Leser an sich meiner Meinung nach so zu mehr Interesse zu bewegen ist. Ich habe als Schwermetaller jedenfalls schon manche Überraschung erlebt, die mir bewies, dass die wertvollsten Perlen oft aus sehr großen Tiefen gefischt werden müssen. Ein Ende ist daher nicht in Sicht – und mich wird man wohl also auch noch als dann noch immer hoffentlich geistig bewussten Spätrentner mit meiner musikalischen Leidenschaft erleben können. Ich habe bereits eine Menge im Leben gemacht – neben zwei erlernten Berufen mit jeweiligem gutem Abschluss entdeckte ich irgendwann das Schreiben für mich. So wurde ich das, was ich heute hauptsächlich bin – freier Autor. Eine echte Leidenschaft. METALMESSAGE ist somit mittlerweile die wohl größte beziehungsweise an eigenen Artikeln umfangreichste Einmann-Metal-Magazin-Seite der Welt geworden. Ich jedenfalls kenne keine inhaltsreichere Magazinseite im Netz, die von einem Einzelnen auf die Beine gestellt wurde. Für Metalmessage verfasse ich haufenweise Rezensionen, Interviews und mehr. Daneben habe ich eigens eine Seite für all meine Naturfotografien dort eingerichtet.

Wie lange bist du denn schon dabei? Hinter dem Ganzen scheint ja eine Menge an Informationen und Szenewissen zu stecken.

Angefangen mit Metal an sich habe ich mit circa 15 Jahren. Und noch heute gibt mir diese einzigartige Musik viel mehr als sich so mancher vorstellen mag beziehungsweise kann. Musik ist mein Leben. Sie kann einem wichtige Türen zu einem selbst öffnen, wenn man es zulässt. Wenn ich all die Stunden die ich bis heute in METALMESSAGE beziehungsweise meine damit verbundenen Projekte gesteckt habe, zusammenzählen würde, würde eine für mich astronomisch hoch anmutende Zahl herauskommen. Daher verschwende ich daran ehrlich gesagt keinen Gedanken, ich mache einfach immer weiter. Neben all der Musik und der Auslebung meiner Passionen für Mutter Natur ernähre ich mich qualitativ möglichst hochwertig und mache sehr viel Sport: Krafttraining und Laufen im Winter, und im Sommer kommen intensives Radfahren und viel Schwimmen dazu. Als ich mit zwölf Jahren das erste Mal mit Metal in Berührung kam, war es gleich um mich geschehen. Ich hörte bei einem Kumpel die „Killers“-LP von Iron Maiden, welche ich mir sofort auf Tape zog. Das habe ich heute noch, und es läuft noch immer prächtig. Stark geprägt von einer wohl „klassischen“ Hardrock- und Metal-Laufbahn, begann ich aber sowieso so früh als möglich, den frühen Helden diverser Stilistiken begeistert zu lauschen. Dabei blieb es natürlich nicht. So kamen über die Jahre Tausende von Bands und eine stetig gesteigerte Begeisterung für harte und manchmal weniger harte Musik in mein Leben, welches gerade durch Metal – und Musik an sich – ein sehr bewusstes geworden ist. Erfreut beobachtete ich an mir die ständige eigene musikalische Weiterentwicklung, was Stilistiken und Inhalte meiner Lieblingsmusik anbelangte. Heute höre ich mir eigentlich alles an, was mich positiv berührt und habe schon längst aufgehört, Bands mein Interesse nicht in gebührender Weise zukommen zu lassen, nur weil sie in einem Genre agieren, welches mich nicht so sehr auf den Plan ruft. Simultan zu dieser Passion registrierte ich – mit ständig wachsendem Unmut – die stellenweise erschreckende Unkenntnis bei einigen Teilen der Metal-Presse sowie einen mitunter schier beängstigend anmutenden Dilettantismus, mit welchem manche Artikel oder auch gerade Kritiken über „meine“ Bands verfasst wurden und werden. Auch reicht der Wahrheitsgehalt der Berichterstattungen oftmals nicht annähernd an die Realität heran und auch der lyrische Anspruch erfüllt nur sehr selten mein ästhetisches Empfinden. Irgendwann fing ich daher an, mir meinen Enthusiasmus von der Seele zu schreiben; zuerst nur für mich und für Freunde, dann in zunehmendem Maße professioneller.

Natürlich wäre es jetzt einfach nach deiner Inspiration für die Sampler zu fragen, aber das wäre mir zu abstrakt. Darum frage ich lieber: Gibt es ein spezielles Ereignis in deinem Leben oder eine bestimmte Sache, die man als Urquell der Idee hinter dem Sampler bezeichnen könnte?

Ja. Dass es aus dem gesamten Metal-Bereich bislang fast keine KompilationImages: EXAMPLE_5_waylander.jpg gab, die mir persönlich vollauf zusagte, von wenigen Ausnahmen mal ganz abgesehen, war anfänglich bei mir einer der Gründe, es selbst besser machen zu wollen. Dabei motivierte mich in besonderem Maße von Anbeginn an die spezifische Zielvorgabe, neben talentierten Untergrund-Gruppen auch den leider eher von jeher mit sekundärer Aufmerksamkeit bedachten Cover-Pinselkünstlern zu mehr verdienter Popularität zu verhelfen. Meine dem Ganzen zugrunde liegende Idee begeisterte mich damals schon gleich vom Fleck weg so sehr, dass sie bis heute nicht das Geringste von ihrer Relevanz für mich verloren hat. Ich fröne in Sachen Grafiken dabei seit jeher nur zu gerne der guten alten Schule: Auf einem METALMESSAGE-Sampler war und wird somit niemals ein Frontcover zu sehen sein, welches nicht mit echter Farbe und gut gezogenen Pinselstrichen gemalt wurde. Aus dem Metal-Bereich kam bislang eigentlich nichts, was mich im Bereich Sampler für sich einnehmen konnte, zum absolut überwiegenden Großteil sind das ja bis heute eher lieblos zusammen geschusterte Massenprodukte. Das hat in Anbetracht hoher Stückzahlen sicherlich seinen Reiz und seinen Wert, vor allem für die Bands – aber mehr eben auch nicht. In meinen eigenen Regalen stehen daher nur vereinzelte sonstige Sampler, und dies auch aus wirklich rein nostalgischen Gründen, beispielsweise aus der legendären Anfangszeit des Black Metal.

Was bedeutet für dich der Begriff Pagan? Ist es mehr eine Religion oder eine Lebenseinstellung? Und inwiefern hat dieser Begriff Einfluss auf dein Leben?

Wie alles im Leben ist es natürlich letztendlich auch in Sachen Heidentum eine völlig individuelle Geschichte, wie man damit umgeht beziehungsweise wie man danach lebt. Extreme haben noch niemals jemandem gut getan. Ich persönlich war bereits schon als Kind ein ausgesprochener Naturverehrer, daher wurde ich mit Aufkommen der Subkategorie auch schlagartig Pagan Metal-Anhänger. Ich bin also sozusagen naturreligiös. Denn der Mensch kommt ja, nicht nur paläontologisch betrachtet, direkt aus der Gebärmutter von Mutter Natur – doch ist ihm mittlerweile der größte Teil der Natürlichkeit bedauerlicherweise abhanden gekommen. Was sich beispielsweise in einer Unzahl der verschiedensten Allergien bemerkbar macht. Alles wird ja beispielsweise den ganzen lieben langen Tag nur noch desinfiziert, jeder noch so kleine menschliche Duft wird weggesprüht mit synthetischen Duftstoffen, manche duschen gar dreimal am Tag mit Überdosen von Duschgels, in aller Hast reingestopft wird zum Großteil wertloser und zuckerreicher Fabrikfraß, etc. etc. Ich könnte dazu seitenlang weiter aufzählen. Ich will hier aber auch nicht immer nur realkritische Negativismen vom Stapel lassen. Aber solange die profitgierige Pharmaindustrie prächtig an den neuen „Zivilisationskrankheiten“ mitverdient, werden die Lebensumstände für die Menschen global immer noch naturferner und artfremder werden. Ist ja auch so viel bequemer. Nur darum funktioniert der große Plan der ganzen Lobbyisten mit der Spezis Homo Sapiens ja überhaupt erst. Irgendwann werden wir allesamt aus Tuben unsere genetisch ausoptimierten „Lebensmittel“ nuckeln und das höchstwahrscheinlich dann auch noch lecker finden. Eine grausige Vision. Aber wenn das mit den immer mächtiger werdenden Monopolisten auf diesem Sektor so weitergeht, werden sie über kurz oder länger alles an Firmen schlucken, was kleiner ist als sie. Ein sehr interessanter und aufschlussreicher, aber auch immens bestürzender Dokumentarfilm zu diesem leidigen Kontext ist „We Feed The World“ von Erwin Wagenhofer. Nachdem man den gesehen hat, überlegt man sich zweimal, welche Nahrung man wo genau einkauft. Der antike griechische Philosoph Platon aus Athen sagte: „Nur die Toten haben das Ende des Kriegs gesehen.“ Stimmt genau, und diese zeitlose Weisheit lässt sich auch auf den vorherigen Themenkontext anwenden, denn die weltweiten findigen Food-Designer der mächtigen Lebensmittelkonzerne werden wohl niemals damit aufhören, an den Ernährungsgrundlagen der Menschheit manipulierend herum zu basteln. Apropos: Von Wagenhofer ist auch der erschreckende Dokumentarfilm `Let’s Make Money`, welcher das global verheerende Treiben des weltweiten rücksichtslosen Banken- und Finanznetzes ausleuchtet.

Welche Kriterien müssen die Bands erfüllen, die Platz auf deinen Sampler finden? Neben Pagan und Folk Metal findet sich ja auch teils reiner Black Metal. Überrascht war ich auch, als ich gelesen habe, dass „Lunar Aurora“ einen Track auf den ersten Sampler beigesteuert haben. Ästhetisch geht diese Band und auch einige andere ja schon in eine andere Richtung als der Großteil der beteiligten Pagan-Vertreter.

Mit musikalischen Trends ist es ja wie so oft im Leben: Für die einen ist ein halb gefülltes Glas Wasser halbvoll, für die anderen halbleer. Ich für meinen Teil begrüße die immense Fülle an neuen Bands im Pagan Metal sehr, denn sie birgt ja auch einen höheren automatischen Anteil an feinen neuen Bands. Andererseits geht die zweite Seite der Medaille eben damit einher, dass der noch immer tendenziell inflationäre Ausstoß an Trendreitern, Plagiatoren, Kopisten und listigen Trittbrettfahrern auf Seiten der neuen Gruppen auch Unmengen von ärgerlich halbherzigen, dilettantischen und nicht selten gar grottenschlechten Horden mit sich bringt. Sich da durchzuwühlen, kostet mittlerweile wirklich Unmengen von Zeit und Nerven. Nach all den Jahren kann ich glücklicherweise bereits nach wenigen Minuten Hördurchlauf mittlerweile genau und präzise bestimmen, ob eine Band aus Könnern besteht oder nicht beziehungsweise, ob sie an ihren Vortrag auch selbst glaubt. Etwas anderes als musikalische Überzeugungstäter kommt mir ohnehin nicht auf meine Sampler. Und dass von erwähnter erdrückender Fülle an kreativen Genrerepräsentanten ein breites Publikum angesprochen wird, ist natürlich positiv für die Szene an sich zu werten – denn ich halte die Images: Metalmessage Natur 2.jpgvon der ideell unverdorbenen Bandklientel darin vermittelten puristischen und zeitlosen menschlichen Werte an sich für sehr wichtig. Wenn also in sozial recht befremdlichen Zeiten wie diesen eine Musikgruppe voller ansteckender Überzeugung davon kündet, wie relevant die grenzenlose Liebe und Treue zur Natur und zu den Mitmenschen doch ist, kann einen das als Charaktermensch ja nur aufrichtig erfreuen. Nach den ersten Anläufen in der gegenseitigen Kommunikation muss mir die Band dann auch unbedingt positive Eigenschaften wie beispielsweise Seriosität, Korrektheit, Aufrichtigkeit, Souveränität und Zuverlässigkeit zu vermitteln wissen. Ja, und hochgradig leidenschaftlich sollten sie hinter ihrer Kunst stehen. Manche Gruppen schreiben beziehungsweise antworten ja nur alle paar Wochen mal, mit solcherlei halbherzigen Metierakteuren will beziehungsweise kann ich nicht kooperieren. Über die Jahre meiner bisherigen Kompilationsveröffentlichungen habe ich selbst natürlich auch nicht wenig auf diesem Sektor dazugelernt. Doch war ich von Anfang an glücklicherweise höchst vorsichtig, wen ich mir da überhaupt ins eigene Sampler-Boot holte, was mir viel Ärger und Enttäuschungen erspart hat. Mittlerweile habe ich auf diesem Sektor durch eine Vielzahl an Lernprozessen eine sehr gefestigte Vorgehensweise beziehungsweise Abarbeitungsmethodik für mich entwickelt, die das Ganze recht reibungslos ablaufen lässt. Zurück zum Thema der Frage: Alle relevanten Bands auf dieser Erde haben bis auf wenige Ausnahmen entweder ihre Homepages im Netz oder ihre Myspace-Profile – da kommt ein Kontakt mit anschließender Kommunikation in der Regel rasch zustande, was sehr erfreulich ist. Kontakte zu `exotischen` Truppen stelle ich immer ganz besonders gerne her, mich reizen fremde Kulturen und Ansichten sehr! Ich bin der Auffassung, dass jedes noch so kleine Land auf der Welt in der Historie eine ganz eigene Kultur, einen ganz eigenen naturnahen Spiritualismus und daraus resultierend auch eine ganz ureigene religiöse Weltsicht hatte – zumindest, bevor sie von den großen „Weltreligionen“ ihrer Identität beraubt wurden. Leider fielen der Machtgier und der Grausamkeit genannter Weltreligionen fast alle Naturvölker zum Opfer – ich denke da beispielsweise primär an die einstigen und heute verbliebenen Ureinwohner Amerikas oder Australiens, denen ganze Kontinente brutal geraubt wurden und die heute ein erbärmliches Schattendasein gegenüber den „zivilisierten“ Usurpatoren führen müssen. Es gibt viele sehr interessante Bücher zu diesem Kontext. An dieser Stelle möchte ich auch noch die so genannten „Entwicklungsländer“ ansprechen, welche ja vor ihrer kulturellen Zerstörung allesamt über Jahrtausende entstandene blühende Hochkulturen waren – ja, bis ihren altspirituellen Traditionen und Glaubensauffassungen eben `im Namen des Herrn` der Garaus gemacht wurde. Doch zurück zum eigentlichen Thema: Wenn also Bands aus solchen Bereichen der Erde ihre ganze eigene Art von Pagan Metal kreieren und damit ihren Ahnen beziehungsweise deren ruhmreichen Taten und Überlieferungen mit allem Stolz huldigen, so empfinde ich das schlicht gesagt als großartig! Mir persönlich kann es ehrlich gesagt eigentlich gar nicht exotisch und fremdartig genug sein. Am liebsten habe ich es sogar, wenn dann auch noch alttraditionelles Instrumentarium zum Einsatz kommt. Ich hoffe daher sehr, dass noch viel mehr Bands aus abseits entfernten Regionen des Planeten die vielen wunderbaren Ausdrucksmöglichkeiten des heidnischen Metal für sich entdecken und die Fans mit hochgradig künstlerisch eigenständigen Musikwerken beglücken werden. Bislang gibt es nämlich gerade einmal eine brauchbare Melodic Black Metal-Horde aus Ägypten – doch ich kann mir da soviel mehr vorstellen. Gerade die altägyptische Mythologie mitsamt all ihren herrlichen Mysterien bietet doch einen unerschöpflichen Fundus an Möglichkeiten für solcherlei Klänge. Ja, „heidnisch“ ging es wie gesagt ganz früher überall auf dieser Welt zu, nicht nur in Europa.

Wie wichtig ist dir die Ernsthaftigkeit hinter der Musik? Kannst du mit den eingängigeren Saufliedern und Humppa-Gedüdel einiger neueren Bands leben?

Ernsthaftigkeit ist essentiell für mich, in allen künstlerischen Bereichen. Eingängige Sauflieder sind mir willkommen, `Humppa-Gedüdel` eigentlich auch, aber leider ist das in den wenigsten Fällen auch zu ertragen. Selbstverständlich muss für mich als bekannt tiefgründigen Szenemenschen eine ganze Reihe Kriterien erfüllt werden, damit ich eine Band überhaupt erstmal als interessant beziehungsweise geeignet erachte, um auf einem Metalmessage-Sampler zu partizipieren. Und mit den Jahren bin ich immer anspruchsvoller geworden – ein nur natürlicher Vorgang, denke ich. Also, zuallererst mal muss mich das musikalische sowie optische und ideelle Gesamtbild einer Band 100%ig ansprechen.“

Für wen machst du deine Sampler? Für dich selber, als Support für die Bands oder um den Fans etwas Einzigartiges zu bieten?

„Alle drei von dir genannten Punkte greifen. Neben der Musik haben mich die oftmals prächtig und detailliert gemalten Frontcover beziehungsweise grafischen Gestaltungen der Veröffentlichungen aus dem Metal-Bereich schon seit jeher vollauf fasziniert. Nicht selten kaufte ich Platten nur wegen dem Cover, obwohl die Musik darauf mir selbst gar nicht so gut gefiel. Irre. Aber so sind sie eben, die Großsammler - mit Hingabe am Werk. Im Zuge dessen störte es mich auch schon immer sehr, dass so mancher wirklich geniale Coverzeichner im Gegensatz zur jeweiligen Band fast nichts von all dem Ruhm abbekam, welcher so manchen Metal-Releases heftig zuteil wurde. Eines Tages hatte ich eben die konstruktive und ergiebige Idee, selbst Sampler zu kreieren, welche sowohl Bands als auch den beteiligten Covermalern eine probate Supportmöglichkeit bieten sollten. So ist an jeder Metalmessage-Kompilation auch ein Pinselkünstler beteiligt, welcher das Frontcover nach meinen zugrunde liegenden Ideen dazu gestaltet. Ich versende ja immer haufenweise Review-Exemplare an viele einschlägige Metal-Medien, wobei ich nicht müde werde, die Rezensenten vorab immer wieder drauf hinzuweisen, bitte auch etwas übers Frontcover etc. zu schreiben. Insgesamt mache ich mir wirklich keinerlei Illusionen: Meine Sampler sind primär reine Liebhaberstücke. „Gebraucht“ werden sie im eigentlichen Sinne nicht. Andererseits, ich mache dabei, was ich eben meine machen zu müssen. Es müssen ja nicht alle Metal-Fans nur noch den ganzen Tag über ihre lieb- und identitätslosen überfüllten MP3-Dateiordner hin und her hasten, und sich mit Mausklicks ihre Player abfüttern. Ich hingegen liebe die gute alte Schule des Genres, also, beim Hören von persönlich aus ehrlichen Motiven favorisierter Musik immer auch einen realen Tonträger in den Händen halten zu wollen. Wenn ich manchmal in ein Gespräch über Spartenmusik verwickelt werde, höre ich leider immer öfter das hilflose Statement: „Der Song war ja so geil! Aber keine Ahnung, wie die Band oder der Song hieß oder was das Frontcover des Albums war, ich hab’ den Track halt als MP3 halt bei mir auf dem Rechner in irgendeinem meiner vielen Ordner. Hab’ da ja sowieso schon keinen Überblick mehr drüber.“ (…) Also, Leidenschaft, Tiefgang und Hingabe definiere ich persönlich im Metal jedenfalls anders. Nicht zuletzt eben auch ein massiver Antriebsfaktor für die Metalmessage-Reihe, die da genau dagegen ansetzt! Im Namen der Images: EXAMPLE_5_tiwaz.jpgLeidenschaft!

Apropros einzigartig, dein Sampler weist eine äußerst liebevoll gestaltete Aufmachung auf, die man bei den meisten Samplern vergeblich sucht. Wie wichtig ist dir die Gestaltung und wie viel Arbeitszeit hat diese in Anspruch genommen?

Solche Veröffentlichungen nach eigenen Wunschvorstellungen zu realisieren, das dauert. An „V“ beispielsweise saß ich circa eineinhalb Jahre, in der Regel täglich. Zum Glück habe ich einen hervorragenden Grafiker fürs Layout meiner Veröffentlichungen, mit dem ich seit Längerem wirklich exzellent zusammenarbeite.

Warum hast du dich für eine Covergestaltung des berühmten Künstlers Ed Repka entschieden und wie kam der Kontakt zustande?

Der große Ed Repka versteht sein Handwerk perfekt. Ja, wer kennt nicht „Peace Sells…“ oder „Rust In Peace“ von MEGADETH beispielsweise oder „Spiritual Healing“ von DEATH? Ich bin absoluter Fan seiner Werke. Dem guten Ed habe ich über die Jahre immer wieder meine riesige Begeisterung über seine wirklich wunderbaren Arbeiten geschrieben, von daher kennen wir uns schon länger. Sein bewundernswert zeitloser Stil ist absolut unnachahmlich, so wie er weiß wahrlich keiner mit den Präsenzgewichtungen von leuchtenden Kolorierungen umzugehen. Mit dem Frontcover von „V“ bin ich mehr als zufrieden, er hat besonders die beiden Höhlentrolle genau nach meinen Vorstellungen umgesetzt. Ich will für meine Sampler stets Frontcover haben, die ich mir auch in 20, 30 Jahren noch verdammt gerne ansehen werde. Diesmal wollte ich gar ein wenig weg von all den mittlerweile so fest in der Coverszene eingefahrenen Gestaltungsklischees, die ganzen Wikinger beziehungsweise die Szenarien darum herum sehen ja schon seit einiger Zeit immer ähnlicher aus. Mordsdüster muss es da überwiegend unbedingt sein, und farblich möglichst desolat. Das ist aber nicht so sehr mein Ding. Ich dachte mir, „warum nicht mal ein typisches Heavy Metal-Frontcover?“ Ich wollte diesmal weg von den mittlerweile üblichen grafischen Stereotypen beziehungsweise der ärgerlich uniformen Pagan- und Viking Metal-Vereinsmeierei. Ich selbst gehe jedenfalls nach Möglichkeit stets folgendermaßen vor: Ich übermittle dem jeweiligen Künstler meine Vision bezüglich des Motivs beziehungsweise wie ich mir das fertige Bild am Ende vorstelle. Nach der Übersendung einer ersten groben Skizze an mich kommuniziere ich die weitere Arbeit daran entsprechend aus. So geht es im Idealfall Stück für Stück weiter bis zum fertigen Resultat, kleine partiell von mir gewünschte Abänderungen am Bild inklusive – so komme ich mit dem Künstler am besten und am konstruktivsten voran. Was dabei absolut vermieden werden sollte, ist, in aller Gelassenheit bis auf das Endergebnis zu warten – denn das kann enttäuschend sein und Ärger für beide Seiten mit sich bringen, wenn es dem Kunden gar nicht gefällt.

Wahrscheinlich ist es jetzt noch zu früh um zu fragen, aber gibt es schon ein paar Ideen zum nächsten Sampler? Oder stehen jetzt erstmal andere Projekte im Vordergrund?

Im Moment ist die Zeit noch immer nicht reif, um etwas Definitives drüber zu verkünden. Ich stecke ja gegenwärtig noch voll im Promotion-Prozess zur aktuellen Veröffentlichung drin – und da kommen primär so einige kommunikative Aufgaben zusammen, welche ein riesengroßes Zeitkontingent einnehmen. Ich bin ein sehr intuitiver Geist und warte immer auf den für mich spürbar richtigen Zeitpunkt, um mich einer neuen Aufgabe zu stellen – das hat bisher glücklicherweise auch immer sehr produktiv funktioniert. Ich werde mich auf jeden Fall bemühen, immer noch besser dabei zu werden. Jedoch: Der Tag wird einst kommen, da habe ich in einer mystischen Vision aufgrund eines spezifischen Schlüsselerlebnisses wieder ein ganz bestimmtes Frontcover vor meinem geistigen Auge, welches ich dann schnellstmöglich von einem talentierten Maler umgesetzt beziehungsweise verwirklicht sehen möchte. Ein schöner wahr werdender Traum wäre es, beispielsweise den begnadeten Amerikaner Ken Kelly oder gar den immens talentierten Briten Rodney Matthews für die Metalmessage-Serie als Illustrator gewinnen zu können. Doch Matthews ist bekannter Maßen seit vielen Jahren vollauf bekennender Christ, von daher wird das wohl nicht möglich sein. Schade, denn ich verehre seine Künste sehr. Kelly wird da schon eher zustimmen, wir werden sehen.

Eine gewisse Liebe zur Natur ist in Anbetracht der tollen Naturaufnahmen im Booklet unübersehbar. Welche Stellen der Erde findest du dabei besonders beeindruckend? Und wie sieht es mit deiner Heimat aus?

Richtig, und diese von mir selbst fotografierten Naturbilder sind zyklisch, also den Jahreszeiten entsprechend chronologisiert angeordnet. Ich habe die Bilder abschließend ausgewählt, als die Tracklist für „V“ bereits fest stand. Ich selbst liebe die Wetterextreme der jeweiligen Jahreszeiten, also frostklirrende und schneereiche Winter sowie den alles erweckenden Frühling als auch mörderisch heiße Sommer und einen farbenprächtigen und laubduftreichen Herbst. Leider kann ich meiner Liebe zu diesen geschilderten Zuständen nicht immer ausreichend frönen, denn extrem heiße und lange Sommer als auch extrem schneereiche Winter werden ja immer seltener. In der Natur läuft das Ganze eben auch zyklisch ab, das wechselt seit Anbeginn der Erde ja immer wieder. Eiszeiten, Warmzeiten – für fundierte Geologen beispielsweise ist das ein rein natürlich ablaufender klimatischer Prozess. Ob der Mensch selbst wirklich Einfluss darauf hat, ist noch immer nicht komplett bewiesen. Ich selbst bin sooft es geht, draußen in abgelegenen und stillen Regionen, wo ich Ruhe finde und mentale Kraft tanken kann. Wenn ich in schöner natürlicher Umgebung bin, beispielsweise hier im Allgäu in den Bergen, fehlt mir nichts. Ich vermisse darin dann rein gar nichts. Immer und immer wieder überwältigt mich die gigantische Schönheit und Reinheit unberührter Natur so sehr, dass ich meine Kamera hervorholen und die Eindrücke festhalten muss. Nicht vergessen: „`O, große Kräfte sind's, weiß man sie recht zu pflegen, die Pflanzen, Kräuter, Stein' in ihrem Innern hegen`.

Was sagst du als Fachkraft eigentlich zu den aufkommenden Printzines wie „The Pagan Herald“ oder „Rauhnacht“? Denkst du, dass diese Entwicklung sich in den folgenden Jahren noch weiter ausbauen wird?

Ich begrüße diese Entwicklung sehr und kann nur hoffen, dass es immer noch mehr Enthusiasten wagen werden, Printzines zu veröffentlichen. In Zeiten des Internets & der neuen `E-Books` wird dies immer noch relevanter. Kaum beziehungsweise schwer vorstellbar, dass die Menschen der Zukunft keine auf Papier gedruckten Worte mehr lesen sollen.

www.rottinghill.at/images/Metalmessage%20Natur%201.jpg


Zum Schluss hätte ich gerne einen kurzen Kommentar zu folgenden Begriffen von dir:

Rottinghill:

Ebenso gut durchdacht konzipiertes wie mit sehr viel Liebe gemachtes Online Portal, definitiv eines der besseren Angebote in Sachen Online Magazin. Nur muss mir mal jemand die Bedeutung hinter der Namensgebung erläutern – `faulender Hügel`, darauf kann ich mir keinen Reim machen.

Under The Black Sun Festival:

„Ich selbst war noch nie dort, kann also nicht viel darüber sagen – außer, dass man immer wieder mal davon liest und dass dort hin und wieder auch zwiespältige Bands mit bedenklichen Ansichten auftreten. Ansonsten habe ich mich bislang nicht damit befasst, ich bin als Naturseele ohnehin kein Liebhaber großer Menschenansammlungen – und wer hin und wieder ein Metal-Festival beziehungsweise -Open Air besucht, der weiß, wie sehr sich Menschen dort daneben benehmen können. Da verbringe ich doch viel lieber Zeit im Wald beziehungsweise in der Natur oder lese ein gutes inhaltsreiches Buch.“

Thrash Metal:

Herrlich, wenn er schön wild und gemäß der guten alten Schule gemacht wird. Ich liebe Forbidden, Agent Steel, Overkill, Intruder, Death Angel, Anacrusis, Depressive Age, Artillery, Indestructible Noise Command, early Testament, early Flotsam & Jetsam, early Exodus, early Megadeth, early Metallica, early Anthrax, Znowhite, Apocalypse, Poltergeist, Xentrix, Coroner, Exciter, Pariah, Target, Onslaught, Hallows Eve, early Slayer, Cyclone, E-X-E, early Whiplash, Toxik, Hexenhaus, Despair, Heathen & Reverend!

Underground:

Immer noch und auf immer immens wichtig, denn die von der internationalen Musikindustrie ständig neu kreierten Trends, Moden, Sub-Stile etc. etc. haben nichts mit wahrem künstlerischen Streben zu tun.”

Metal:

Viel mehr als `nur` Musik – im vernünftigsten Falle Lebenseinstellung und Lebensweg! Viele der besten Metal-Bands aller Zeiten wurden bekanntlich immer schlechter ab dem Zeitpunkt, als sie von Major Labels unter Vertrag genommen wurden – und damit deren perfiden Marketingstrategien ausgesetzt waren. Im Bereich des klassischen Heavy Metal liebe ich alte Accept, Talon, Artch, Cirith Ungol, Demon, Iron Maiden, Judas Priest, Manowar, early Ozzy Osbourne, Snowblind, Sacrilege, Brocas Helm, early Warrior, Manilla Road, Dark Quarterer, Heavy Load, Attack, Warlock, Griffin, Virgin Steele, Lizzy Borden, May Lynn, Adramelch, King Diamond, Mercyful Fate, Cauldron Born, Stonefield, Battle Bratt, early Def Leppard, Phantom, W.A.S.P., Cloven Hoof, Tyrant (US) & Stormwitch!

Lieblingsfilme:

Früher, also bis ungefähr Anfang 2003 bin ich mindestens einmal pro Woche immer wieder mit viel Begeisterung ins Kino gegangen. Leider wurden ab diesem Zeitpunkt die Filme selbst – überwiegend aus den USA – tendenziell ansteigend inhaltlich immer minderwertiger sowie herz- und seelenloser. Das ständig auf neue Sensationen angeheizte Publikum akzeptierte diesen leidigen Umstand bereitwillig, auch, dass bald nur noch die Hälfte der Streifen `real` gedreht wurde – der Rest also am Rechner digital kreiert wurde. Ich könnte hier schon wieder sehr weit ausholen, daher beschränke ich mich auf eine Auflistung – einige meiner absoluten Lieblingsfilme sind Lord Of The Rings, Braveheart, The 13th Warrior, Beowulf And Grendel, Conan The Barbarian, The Name Of The Rose, Gladiator, Mutiny On The Bounty (1935), Luther, The Time Machine (1960), Nosferatu (1922), Sleepy Hollow, The Thing (1952), The Godfather, The Shawshank Redemption, The Green Mile, Needful Things, Robin Hood: Prince Of Thieves (1991), Dances With Wolves, Runaway Train, The Long Ships (1963), Dance Of The Vampires (1967), Fitzcarraldo, Aguirre, der Zorn Gottes, Nosferatu – Phantom der Nacht, Emperor Of The North, Papillon, The Untouchables, JFK, Falling Down, The Great Escape, High Noon, Death Hunt, Once Upon A Time In The West, A Fistful Of Dollars, The Good, The Bad And The Ugly, Last Man Standing, Léon, The Blues Brothers, Almost Famous, King Kong (2005), Once Upon A Time In America, Goodfellas, The Curious Case Of Benjamin Button, The Bridges Of Madison County, A River Runs Through It, Highlander, Die Hard, Raiders Of The Lost Ark, Life Of Brian, Long Live Ned Devine, One Flew Over The Cuckoo's Nest, Clockwork Orange, Taxi Driver, Cape Fear, Good Will Hunting, Seven Years in Tibet, O Brother Where Art Thou?, Forrest Gump, Walk The Line, Ray, 12 Monkeys, Open Range, Postman, Waterworld, Mad Max I&II, Rambo, Full Metal Jacket, Total Recall, Terminator I&II, Amelie From Montmartre, Monte Christo (2001), A Beautiful Mind, Master And Commander, Nomaden der Lüfte - das Geheimnis der Zugvögel, Deep Blue – doch ich mag als vielfach interessierter Mensch natürlich noch viel mehr gute Filme!”

Lieblingsalbum:

Candlemass – `Epicus Doomicus Metallicus` – zeitlos, gewaltig, tiefgründig und unerreicht. Besser kann man als Band in diesem Bereich einfach nicht vorgehen.

Dann bedanke ich mich für alles und hoffe, dass wir uns spätestens zum Release von „Metalmessage VI“ wiedersprechen. Bis dann!

Gerne gemacht, war mir auch eine Freude. Besten Dank auch an dich für die gute Möglichkeit des Interviews und alles Gute & viel Erfolg auch für dich & das Rotting Hill Magazin!

Markus Eck



Interviewdatum: Januar 2010
Homepage: HIER
Redakteur: Tim
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23.08.2010
Wer is Sinahil?!

23.08.2010
Alles Gute, Sinahil!^^

18.08.2010
Los los! An die Arbeit!

13.08.2010
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