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| Semlah - Semlah
[ Kategorie: S - T - U · 612 angesehen ·
0 Kommentare ] | | Hinzugefügt am | 17.04.2009 | | Interpret | Semlah | | Sprache | Englisch  | | Veröffentlichung | 2009 | | Auflage | Erstauflage | | Label | Cyclone Empire | | Website | http://www.semlah.se | | Inhalt | Semlah – Semlah [Doom Metal]
Dass aus Schweden nicht nur hochqualitativer Tod kommt, sondern auch die Künste der Verdammnis und des Weltuntergangs entsprechend beherrscht werden, haben die Genrevorreiter Candlemass ja schon zu Genüge bewiesen. Aber nicht nur die viel zitierten Könige des Doom beherrschen diese dunkle Kunst, auch die schon seit 2001 existierenden Semlah um den früheren Count Raven Bassisten Tommy Wilbur, gehören zu dem Kreis der Erlesenen. Mit so zahlreichen Veröffentlichungswellen wie beispielsweise der Folk- oder der Thrash Metal derzeit, ist und war das Doomsegment noch nie gesegnet. Verwunderlich ist dies eigentlich nicht, da mental nicht jeder den Ballast der klanglichen und inhaltlichen Schwere zu stemmen vermag. Um so erfreulicher ist es doch, dass dieses Jahr schon so bemerkenswerte Neuerscheinungen, wie beispielsweise „Death Magic Doom“, der schon genannten Candlemass oder „Silent Ruins“ von Isole hervorgebracht hat. Mit ihrem nach dem eigenen Bandnamen benannten Album, machen sich nun die vier Herren von Semlah auf, sich dieser adeligen Ahnenreihe anzuschließen.
Vom ersten Moment an zieht der eingesprochene und mit einem Weltuntergangsinstrumentarium belegte Vorspann „From The Seat Of False Judgment“ in seinen Bann. Ganz prima würde das ganze sicherlich auch noch ein paar Oktaven tiefer funktionieren, tut aber letztlich nichts weiter zur Sache, da man einen schwarz auf schwarz-Anstrich ohnehin kaum sieht. Wo das richtige Ambiente bereits geschaffen ist, gibt’s mit „Path Of A Waning Moon“ auch gleich einen richtigen Hammer auf die Zwölf. Neben unheilvoll sägenden Gitarren fällt das unheimliche Potential in der Stimme von Gesangstalent Joleni auf.
Die Erkenntnisse, die sich aus „Axioms Of Life“ gewinnen lassen, geben weniger Aufschluss über biologische Hintergründe als über die spielerischen Fertigkeiten des Schwedenquartetts. Durchweg gelungene Wechsel im Tempo und schöne Soloeinlagen von Axtmann Tomas Johnson halten die Begeisterung aufrecht.
Welcher Gedankengang dazu geführt hat, „Perennial Movement“ in umgekehrter Reihenfolge zu beziffern, bleibt zwar vorerst unergründet, tut dem metallischen Genuss dieser kalorienreichen Kost aber auch keinen Abbruch. In gewissen Momenten des eher ruhig beginnenden Stückes, klingt Joleni ein wenig wie der „Prince of fuckin’ Darkness“. Dem Moment der Erkenntnis folgend, entwickelt sich der Zwei- bzw. Dreiteiler zu einem echten Brecher.
In „Machination“ gibt es eine extra Lehrstunde in Sachen Vielfältigkeit ballastbehangener Klangeswelten. Der Schwebezustand zwischen Schwerkraft und Schwerelosigkeit wird grandios umgesetzt und macht keine Gefangenen.
Genretypischer gibt sich indessen „Manifestations Obscure“, was jedoch nicht gleichbedeutend mit Altbacken ist. Schöner Vorzeigedoomer, der gleich im ersten Durchlauf zündet.
Wer A sagt, der muss bekanntlich auch B sagen. Somit folgt nach kurzem Zwischenspiel auch Perennial Movement II seinem höher bezifferten großen Bruder. Überraschenderweise kommt das gesamte Stück ohne Elektronik aus und wird durchgehend von akustischen Gitarren begleitet.
Wem noch zuvor die bleischweren Riffmomente gefehlt haben, wird in „Frayed Wings“ mehr als angemessen entschädigt. Ein Fest für jeden Fürsprecher des jüngsten Tages, welches nur kurz vom Akustikintro von „Beyond Salvation” unterbrochen wird, dann aber wieder versöhnend zum Leichenschmaus lädt.
Das gesamte stilistische Repertoire an stimmlichen und instrumentellen Fähigkeiten kommt in dem vorletzten Stück „My Spirits Fail“ nochmals wunderbar zur Geltung, bis „Havoc“ die Ehre zu teil wird, das Leben zu Grabe zu tragen und den Sargdeckel zu schließen.
Semlah setzen mit ihrem Debüt regelrechte Maßstäbe und stehen urplötzlich ganz weit oben in der Nahrungskette. Als schwierig dürfte es sich allerdings gestalten, wenn es daran geht beizeiten einen ebenbürtigen Nachfolger einzuspielen, wird man doch seit jeher an seinen alten Erfolgen gemessen. Bis zu diesem Zeitpunkt gehen in meiner Anlage aber noch zahllose Durchläufe ins Land und verwöhnen die Ohren mit Semlahs edlen Ergüssen. Pflichtkauf für die Doomfraktion!
Tracklist:
01. From The Seat Of False Judgement 02. Path Of A Waning Moon 03. Axioms Of Life 04. Perennial Movement III 05. Machination 06. Manifestations Obscure 07. Perennial Movement II 08. Frayed Wings 09. Beyond Salvation 10. My Spirits Fail 11. Havoc
9 von 10 Punkten
Redakteur: Matthes | | Redakteur | Matthes | | Bewertung | 9/10 |
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