Soul Sacrifice – Carpe Mortem
Seit 2003 gibt es die türkische Metalband "Soul Sacrifice" in ihrer aktuellen Formation. Erfahrung wurde schon in zahlreichen Shows gesammelt und auch handfestes Material wurde bereits veröffentlicht. Ihr neuester Streich nennt sich "Carpe Mortem" und wurde 2012 über Massacre Records released.
Auf dem Album findet sich grooviger, gemischtrassiger Death Metal, der nicht zuletzt durch seine rhythmischen Parts stellenweise auch an "Amon Amarth" erinnert. Anlehnungen an diverse Melodic Death Metal-Größen sind aber auch nicht von der Hand zu weißen. Gepaart mit angenehm verarbeiteten Lead-Gitarren entsteht eine stilistisch gut umgesetzte Klangkulisse, die das kurzweilige Songwriting ummantelt. Dass einen die in die Songs integrierten Ideen bekannt vorkommen, mag an dem Genre selbst liegen, da es ja doch schon in alle erdenklichen Richtungen gedehnt und gestreckt wurde, wodurch sehr vieles sehr ähnlich klingt. Einen Abbruch tut das diesem Werk allerdings nicht, da es ausreichend Abwechslung bietet, um während der gesamten Spielzeit nicht einschläfernd zu wirken. Rasche Strecken wechseln sich mit groovigen Abschnitten ab, gehen in episch-melodiöse Parts über, bleiben aber immer in der Nähe des Album-Kerns. Abwechslung wird aber auch bei den Instrumenten selbst groß geschrieben. So steuert beispielsweise Schlagzeuger Onur Akça durch sein Drumming eine menge Variabilität bei, um das Ganze zugleich chaotisch und flüssig wirken zu lassen. Aber auch die Herren an der Saitenfront sowie Raukehle Özgür Özka, der zwischen Growls, Shouts und Klargesang wechselt, leisten ganze Arbeit. "Carpe Mortem" offenbart eine menge Spielfreude und bietet auch genügend Passagen, um die Haare kreisen zu lassen. Auch live könnte ich mir das Material sehr gut vorstellen, da es mitreißend aufgebaut ist und einiges an Eigenenergie mit sich bringt.
Alles in allem haben sich "Soul Sacrifice" mit diesem Album einen Platz in dem ach so ausgelutschten Genre verdient, der doch die eine oder andere Stufe über dem Einheitsbrei liegt. Zugreifen dürfen Freunde des melodiösen Todesmetalls ohne schlechtem Gewissen, aber auch jeder andere Fan der härteren Schiene sollte den Burschen eine Chance geben.
Tracklist:
01. Requiem 02. Bullet Proof 03. Comatose 04. O.L.B. 05. Keske 06. Fly Forever 07. Killing For Society 08. Torture My Soul 09. Carpe Mortem 10. Sarcastic Existence 11. Exile |