Locus Neminis - Weltenwanderung
Sie haben es geschafft: Die Linzer Symphonic Black Metaler kehren nach zwei Jahren Proberaumarbeit und Tüftelei an ihren Songs endlich nach dem "Endlos"-Demo (2010) mit ihrem ersten Longplayer "Weltenwanderung" wieder aus der Versenkung zurück. Man hat ja schon länger auf diese Scheibe gewartet, aber nun ist es amtlich: Der neue "Locus Neminis" Tonträger ist da!
Der erste Song des Albums "Spiegelbild Der Vergangenheit" eröffnet den Tonträger mit einem 50 Sekunden dauernden, mystisch klingenden Keyboard-Intro, bis es schließlich, nach alter Black Metal-Manier, vollkommen zur Sache geht. Bei diesem ersten Titel schenken sich die beiden Gitarreros wahrhaftig nichts. Die Doublekick-Parts klingen teilweise wie stumpfes MG-Sturmfeuer, woran man sich jedoch nach mehrmaligem Durchhören gewöhnt. Der namensgebende Track findet sich in der nächsten Nummer -"Weltenwanderung" - und überzeugt durch seine abwechslungsreichen Gitarrenparts, die atmosphärischen Flächensounds von Antimaterie, schnelle Drums und die durchaus verständliche Stimme von Xarius, solange Growls vermieden werden. Der Bass geht bei den hämmernden Schlagzeug-Parts leider etwas unter, was sich auch bei den anderen Nummern durchzieht. Die musikalische Nähe des Sängers zu "Rammstein" lässt in "Wenn Die Nacht Den Tag Verdrängt" in der Überleitung zum Refrain Parallelen erkennen, aber trotzdem würde man diesen Track ansonsten nicht mit "Rammstein" in eine Schublade stecken, was ihn wiederum einzigartig und typisch für die Linzer Schwarzmetaller macht. Ein überraschend melodischer Titel findet sich mit "Ein Neuer Anfang" auf Platz vier des Langspielers, wobei das Schlagzeug bei der Bridge scheint, als wolle es den Gitarren davongaloppieren. Das Intro von "Totes Licht" erinnert an eine aus dem Nichts auftauchende Kanone, die schließlich mit einem Knall in das Lied einleiten soll. Dieser Effekt hätte etwas besser hervorgehoben werden können, da es beim ersten mal wie ein Fehler am Album selbst klingt. Dieser kleine Fauxpas wird aber beim ersten Solo und den folgenden Melodien schnell verziehen, was diesen Song abermals zur Spitze hebt. Ein Highlight auf diesem Album ist mit Sicherheit "Virus", welcher nach der Spieldauer von 05:21 dazu verführen kann, das Lied noch einmal anzuspielen: extrem schnelle, mitreißende Instrumentalteile werden mit einer extrem aggressiven Stimme von Xarius veredelt. Das Solo mit den Sweep-Parts bietet ebenso ein Schmankerl der Extraklasse. In dieser Nummer kommt auch der Bass mal so richtig zur Geltung. Kurz um: Hier haben die Jungs rund um Frontmann Xarius volle Arbeit geleistet. Leider beinhaltet "Die Begegnung " mit einer Spieldauer von 24:15 nicht viel Neues und ist etwas zu lange geraten, ein typischer Track für Leute, die ein Album nach Spieldauer der gesamten CD kaufen. Das macht der qualitativ mies geratene Hiddentrack ab der 16ten Minute auch nicht wett.
Diese Platte zeigt einen extremen Fortschritt zu dem ersten Demo aus dem Jahre 2010, sowohl in Qualität der Stimme, als auch in der Spielweise. Die Drums klingen durch den immerwährenden Schlagbohrer-Sound teilweise etwas eintönig, Halftime bezüglich der Doublekick hätte gewisse Instrumentalteile wahrscheinlich eher hervorgehoben statt verschlungen und den Liedern nichts an ihrer Härte genommen. Die Drumparts sind meiner Meinung nach auch der Grund, warum das Album aus Übersteuerungsproblemen ansonsten nicht sehr basslastig ausgefallen ist - der Bass ist leider nur bei den eher ruhigen Teilen wirklich gut zu vernehmen. Alles in Allem ist dieses Album aber ein schönes Stück Symphonischer Black Metal und lässt auf weitere Songs und hoffentlich auch Alben in dieser Richtung hoffen. Durchaus hörenswert.
Tracklist:
01. Spiegelbild Der Vergangenheit 02. Weltenwanderung 03. Wenn Die Nacht Den Tag Verdrängt 04. Ein Neuer Anfang 05. Wanduhr 06. Totes Licht 07. Mut Zum Letzten Schritt 08. Virus 09. Die Begegnung |